Jekaterinburg

die Brücke zwischen Europa und Asien.

… zumindest wurde so meine Frage von den Einheimischen beantwortet, ob wir nun endlich behaupten könnten, in Asien angekommen zu sein. Jedoch nein: Jekaterinburg ist laut deren Sichtweise noch nicht Asien. Moskau ist übrigens auch nicht Russland –“cause Moskau is different & isn´t Russia“ 😉

Kaum (nach 32 h Zugfahrt) in unserer zweiten Destination ausgestiegen, wurden wir in der Metro von Vika angequatscht da sie bemerkte, dass wir wohl nicht von hier und offensichtlich Touristen sind. Und obwohl es keine Sprache gab, in der wir einen gemeinsamen Wortschatz von über 5 Wörtern vorweisen konnten, war Vika bemüht und fest entschlossen, uns den Weg zu unserem Apartment zu zeigen. Dort angekommen schenkte sie uns kurzerhand noch eine Glücksmünze und nachdem wir Email–Adressen ausgetauscht hatten, zog sie auch wieder von dannen. Überaus gastfreundlich wie wir finden.

Später trafen wir uns dann noch in der Bar „Kill Fish“, in der wir auch ihre Studienkolleginnen kennenlernten. So saßen wir also an unserem ersten Freitag Abend dieser Weltreise mit 4 Biologie und Chemie Lehramt Studentinnen sowie Sonja, einer Deutsch Lehramt Studentin, die es sich zur Aufgabe machte, unsere persönliche Dolmetscherin zu sein, in einer Bar in Jekaterinburg und tauschten unzählige Geschichten aus. Es dauerte nicht lange bis sich auch weitere Russen zu uns gesellten, die hellauf begeistert waren von unserer Anwesenheit und ihre prächtigen Deutschkenntnisse auspackten wie „wirf die Glaser an Wand, Russland ist ein schones Land“ „Serwus, rauchen?“ & „Scheiße“.

Ich verstehe nicht warum ihr nach Russland auf Urlaub kommt und überhaupt zu dieser Jahreszeit!?

die Reaktion von ca jedem Russen den wir trafen

Am nächsten Tag eroberten wir auf eigene Faust die Stadt und kamen zu dem Schluss, dass auch Jekaterinburg eine sehr lebenswerte Stadt ist, mit genau so vielen Sitzgelegenheiten wie Kirchen (= sehr, sehr viele) und einem schönen Damm zum flanieren. Was auch sehr auffällig war: vor allem die Innenstadt wird stark von großen Einkaufszentren dominiert.

Kathedrale auf dem Blut

Natürlich besuchten wir auch die Kathedrale auf dem Blut – die an jenem Platz errichtet wurde, wo einst die letzte Generation der frühere Zarendynastie der Romanovs ihr Ende fand oder in unschöneren Worten, von den Anhängern Lenins erschossen wurde (auch Anastasia – sorry). Die Kathedrale ist übrigens keineswegs altehrwürdig, sie wurde erst 2003 erbaut.

Krim Sekt und Kaviar – oder doch nicht…

„Da Chef vom Kreml raucht a Camel und trinkt dazua a Coca Cola. Da Cowboy in Amerika trinkt Krimsekt und frisst Kavier..“

Auf den Spuren von STS wollten wir unseren letzten Abend in Jekaterinburg – vor unserer 53 Stunden langen Zugfahrt – begießen, doch plötzlich kam alles anders: Anstatt des geglaubten Festmahls gab es für uns nur überteuerten Dosenfisch… :O Zwar war es Beluga, aber nachdem wir die kyrillische Hieroglyphen entziffert hatten, wussten wir, dass wir keine Fischeier, sondern Beluga schwimmend im eigenen Saft erstanden hatten. Mjaammm.

Russisches Museum oder doch etwas Propaganda ?!

Eines der in Jekaterinburg angepriesenen Highlights ist mit Sicherheit das Jelzin Museum – gewidmet dem ersten russischen Präsidenten seit dem Niedergang der UdSSR. Nicht nur ist das Museum mit allem möglichen technischen und interaktiven Schnick-Schnack ausgestattet, bei dem sich selbst das ARS Electronica Center eine Scheibe abschneiden kann, man lernt auch vieles über die russische Geschichte: von der Entstehung des Reiches, über die Zarenzeit, die Sowjetunion und deren Fall, bis hin zu Putin – um die aktuelle Situation des Landes, vielleicht ein bisschen besser zu verstehen.

Ganz unvoreingenommen war diese Inszenierung jedoch nicht, wie uns jeder Einheimische im selben Atemzug mitgab. Das Museum zeigt nur eine (geschönte) Seite der Wahrheit und hebt den ehemaligen Präsidenten auf ein sehr hohes Ross.
Und ein weiteres Mal machten wir die Erfahrung, auch wenn beim Ticketkauf angepriesen wird, die Informationen wären auch auf Englisch bereitgestellt – нет. Zum Glück hatten wir jedoch unsere neuen russischen Freunde dabei, die uns alles, was nicht übersetzt wurde, erzählten und uns mit weiteren Hintergrundinfos versorgten.

… gemeinsam mit unseren neuen russischen Freunden und natürlich dem Herrn Jelzin gab’s noch ein Abschiedsfoto!

Saunieren auf russisch: Banja!

Um so entspannt wie möglich zu unserer längsten Strecke der Transsib aufzubrechen, verbrachten wir noch ein paar Stunden in einer echten russischen Banja. Wer sich jetzt fragt, was das denn sein soll: es handelt sich um eine russische Sauna. Und wer die Russen kennt weiß, die machen keine halben Sachen, schon gar nicht wenn es um die Hitze in der Banja geht. 😉 Auch die traditionelle Birkenroute fand ihre Verwendung.
Wir haben uns also für 3 Stunden eine Hütte im Wald gemietet, die neben einer superheißen Sauna und eiskalten Dusche, auch ein gemütliches Sofa und die Möglichkeit, Essen sowie Getränke über ein Telefon bei der Rezeption zu bestellen. Nach drei Saunagängen für Martin, zwei für Georg und einen halben für unser Mädl, traten wir super entspannt unsere Zugfahrt nach Irkutsk an.

Unsere Eindrücke in Jekaterinburg…+ weitere Fotos!!

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