Thailand

Die Grenze von Kambodscha nach Thailand passierten wir nun zum ersten Mal zu Fuß – was auch eine witzige Erfahrung ist: per Bus ging’s bis zur Grenze, wo alle Passagiere ein Pickerl in einer bestimmten Farbe bekamen, je nachdem wo es dann nach der Grenze hingehen sollte. Dann kommt die Check-Out Kontrolle in Kambodscha und man spaziert mit allen seinen sieben Sachen an Casinos und LKWs vorbei, über eine Brücke drüber, fragt ein paar mal ob man eh richtig ist, und steht dann bei den Einreise-Beamten in Thailand an. Und dort standen wir und warteten – nach gut einer Stunde waren wir endlich an der Reihe; und auch Thailand war gnädig und so reisten wir in unser sechstes Land ein.

Danach hieß es noch einmal warten, wir hatten Zeit uns undefinierbare Sandwiches zu holen (vielleicht war es auch besser, dass wir nicht wussten welcher Teil, welches Tieres darin verwurstet wurde, ich tippe auf das Ohr eines Schweines), bis wir von einem privaten Fahrer eine Stunde weiter südlich gebracht wurden, wo eine Fähre auf uns wartete. Bei der Autofahrt wurden wir auch das erste Mal so richtig erschreckt, als wir Kinder und Hunde am vermeintlichen Fahrersitz sahen – Thailand war schließlich das erste Land mit Linksverkehr, das wir bereisten. Was für uns wiedermal sehr spannend war: die gesamte Strecke – von Siem Reap in Kambodscha, über die Grenze bis zur Insel haben wir über unsere Hotel-Mama in Siem Reap gebucht. Und dieses Mal hatten wir zwar ein Ticket, aber die konkreten Reisemittel standen da auch nicht drauf. Aber es lief alles bestens: per Bus zur Grenze, zu Fuß darüber spazieren, mit einem privaten Fahrer weiter zum Ticket-Büro der Fähre, mit einem Pick-up zur Fähre und mit der Fähre auf die Insel. Es läuft ja eh alles! 😉

Die Insel Koh Chang

Die Fähre brachte uns in unter einer Stunde auf die Insel Koh Chang, die sehr schöne Strände und generell eine wunderschöne Landschaft sowie ein paar Elefanten beheimaten sollte. Mit uns auf der Fähre befanden sich ein paar Südkoreaner, die bereits auf der Fähre lautstark ihre Lieblingslieder sangen – und zwar gar nicht schlecht. Nachdem uns ein massiver Regenguss noch auf der Fähre überraschte – der nicht nur von oben, sondern, bedingt durch den Sturm, auch von links und rechts auf uns niederprasselte – waren wir sehr froh, dass uns am Hafen auch gleich ein Taxidienst erwartete. Dieser packte dann nicht nur uns sondern auch die koreanischen Gesangstalente ein, woraufhin eine wunderbar österreich-koreanische Gesangseinlage von Despacito, Let it Go (Frozen) und natürlich Gangnamstyle folgte. Das gute war ja: auf Koh Chang gab es keine „normalen“ Taxis, sondern hauptsächlich Pick-Ups, mit selbst eingebauten Bänken und einer Überdachung über der Ablagefläche – somit wurde der Fahrer von unseren Gesängen nicht belästigt und wir cruisten die wilden Inselstraßen, steil bergauf und bergab bis zu unserer Unterkunft im westlichen Teil der Insel.

Das Insel-Leben

Auf der Insel haben wir anstelle von Booking.com, was wir meistens zur Unterkunft-Suche zu Rate ziehen, auf Airbnb zurückgegriffen. Heraus kam ein zweistöckiges Eco-Erdhaus in der Blauen Lagune mit Badezimmer und Küche im Halbfreien, zwei große Schlafzimmer und ein weiteres Doppelbett überdacht, aber ansonsten im Freien. Der erste Tag begann mit Regen und endete auch damit – dazwischen regnete es auch durch – uns blieb viel Zeit zu lesen, in Regenpausen von unserer Unterkunft in Richtung eines Cafés zu huschen und in einer weiteren Pause wieder retour zu spazieren. Wir hatten es mit monsunartigen Regengüssen zu tun die an diesem Tag nicht und nicht aufhören wollten. Selbst die Inselbewohner meinten, dass es zu dieser Jahreszeit noch sehr ungewöhnlich viel Regen ist – die eigentliche Regenzeit in Thailand sollte doch erst im August beginnen….

Auf Regen da folgt Sonnenschein

Die Tage darauf wurden zum Glück besser um ein vieles besser und so taten wir was uns beliebte, Georg zeichnete, Maria las und Martin erkundete auf eigene Faust und per Moped die Insel.

Am nächsten Tag begleitete mich Maria und wir umrundeten die Insel, fanden einen Steg für Foto-/Drohnenshootings, aßen bestes Pad Thai in einem Fischerdörfchen und fuhren bis zum paradiesischen Sandstrand an der untouristischen und abgelegenen Ostseite der Insel.

Elefantenreiten in Thailand

Natürlich war es uns auch ein Anliegen, diese Dickhäuter nah zu erleben. Jedoch erfuhren wir nach kurzer Recherche, dass es eine unvorstellbar brutale Prozedur benötigt, um Elefanten so zu bändigen, dass man auf diesen reiten kann und man dem Ganzen eigentlich nur ein Ende setzen kann, wenn man auf die Touristenattraktion des Elefantenreitens verzichtet (verringert sich die Nachfrage so tut es auch das Angebot). Somit blieb es dabei, dass wir die Elefanten mit ein paar Bananen fütterten. Etwas gruselig war sie trotzdem, die Leere in den Augen dieser riesigen Tiere.

Bangkok

Bereits bei anderen Städten, begleitet uns bevor wir diese betreten hatten bereits ein  Ohrwurm – doch in keiner Stadt, war dieser in solch einer Intensität und Dauerschleife in unseren Köpfen gefangen wie in – „One night in Bangkok and the world’s your oyster…“ (viel Spaß mit dem Ohrwurm, ihr Lieben!)

Hier waren wir nun – mitten in dieser sagenumwobenen Großstadt, mit einer Population, die der Österreichischen ziemlich gleich zusetzten ist. Und obwohl Bangkok echt allerhand Charme versprüht, war die Dame in unserer Runde schon etwas gesättigt von asiatischen Großstädten.

Über Bangkok ruhte für uns ein mystischen Schleier, sicherlich auch den Hollywood Blockbustern wie Hangover geschuldet. Schon unser Hostel war außergewöhnlich: im Parterre ein charmant eingerichtetes Cafe im altenglisch-viktorianischen Stil – die Schlafsäle waren eine Ansammlung von Wagons aus dem Orient Express, die den Vorzug boten, komplett durch ihre Vorhänge geschlossen werden zu können. Dass wir alle 3 das Buch von Agatha Christi 2 Monate zuvor in China gelesen hatten, machte das Erlebnis schon fast kitschig.

Die thailändische Großstadt, erwies sich doch als sehr unterschiedlich zu den zuvor besuchten Großstädten Südostasiens:

A) Bangkok ist riesig, zum Museum der zeitgenössischen Kunst fuhren wir 1 Stunde durch die Stadt und sogar 1,5 Stunden zurück – sicher auch dem Verkehr geschuldet.

B) Die Wolkenkratzerdichte ist enorm, besonders im Finanzzentrum denkt man, das Hervorsprießen der Türme nimmt kein Ende mehr.

C) Vor allem in unserer unmittelbarer Umgebung waren die Tempelanlangen von Prunk und Goldverzierung kaum zu übertreffen.

Was sah also unser Reiseplan für Bangkok alles vor?

Der Mittagshitze entfliehend verbrachten wir Stunden im Museum für Zeitgenössische Kunst.

Maria und Martin feierten ihren vorgezogenen Jahrestag im Künstlerviertel Chang Chui, wo wir in einem gestrandeten Flugzeug, neben ausgestopften Tieren und Holzengerl zu Abend aßen.

Wir spazierten durch den bekannten Stadtpark und ließen uns von den meterlangen Riesenechsen im Stadtpark erschrecken. (Martin ließ sich erschrecken – Georg und ich waren einfach nur fasziniert). Diese Riesenechsen waren bestimmt einen Meter lang und krabbelten lustig vom Teich aufs Land und kamen unerschrocken näher an uns Besucher ran.

Wir marschierten durch die anrüchigsten Verkaufsstraßen wo es von unzähligen Elefantenhosen und Pingpong Bälle (und –Shows) über knackige Skorpione und Krokodile am Griller bis hin zu gefälschten Ausweisen, allerhand zu erstehen und sehen gab.

Dank der App Eatigo (die uns für unser frühzeitiges Erscheinen mit einem -50% auf alle Speisen Rabatt belohnte) dinierten wir fein im 41. Stock auf einer Rooftopbar, mit bestem Blick auf die Bangkoker Skyline und wundervollen Sonnenuntergang.

Wir nutzen die letzten Stunden vor unserem Abflug, um die Kuriosität eines kunterbunten Einhorncafés, aus unmittelbarer Nähe, zu inspizieren. Sowas trauen sich wirklich nur die Asiaten zu (trau ich mir jetzt einfach mal so zu behaupten): in der gesamten Stadt wimmelte es nur so von Hello Kitty Cafés, Mermaid Cafés und Unicorn Cafés. Natürlich war Martin derjenige, der diese Tatsache herausfand, aber Maria diejenige, die sich so eine Kuriosität auch einmal ansehen möchte. Da das Café (mehr oder weniger) am Weg Richtung Flughafen lag, musste meiner Meinung nach dieser Stopp einfach sein und schon saßen wir – zwischen pink-violetten Einhornstofftieren, glitzernder Tapete und rosa Sitzbänken im Einhorncafe.

Und weil die Asiaten keine halben Sachen machen ist auch die Speisekarte wunderbar schrecklich ausgestattet: Regenbogen Burger mit in allen regenbogenfarben eingefärbtem Schmelzkäse, genauso der French-Toast, mit richtig viel Ahornsirup und bunten Eiskugeln. Als Draufgabe bestellte ich mir noch eine heiße Schokolade, die an Süße und Schlagobers nicht zu übertreffen war. Das war dann auch mir schon fast zu viel.. – Aber wann hat man mal wieder die Möglichkeit in so ein Café zu gehen? Und wann wenn nicht jetzt – wo ich nur für mich selber Verantwortlich bin und kein Vormund meint, dass das übertrieben ist – kann ich mir so einen Spaß gönnen? 😉 Was wir dann doch ausließen war, uns für 100 Bat (was eigentlich eh nur 2 Euro gewesen wären – und ich frag mich grad: WIESO haben wir es nicht gemacht??) einen Einhorn-Ganzkörper-Anzug auszuborgen um damit Bilder zu machen….

MAGEMA Reisetipps Thailand

  • Sucht euch einen der zahlreichen Wolkenkratzer mit Rooftop-Restaurant/-Bar und gönnt euch dort oben zumindest einen Sonnenuntergangs-Drink. Die Stimmung so hoch über der Stadt ist echt atem(be)raubend.
  • Spart euch das Elefantenreiten… Elefanten sind wilde Tiere und so sollte man sie auch behandeln.
  • Man liest es eh immer und überall, und trotzdem hat es uns mal einen Haufen Geld gekostet: hört auf niemanden, der euch „ganz günstig und exklusiv“ irgendwas anbietet, meistens sind das typische Betrüger..
  • Unterschätzt die Fahrtzeiten in Bangkok nicht – die Stadt wirkt vielleicht nicht groß, man sitzt aber immer wieder für längere Zeit im Taxi/Tuktuk oder spaziert zu Fuß gleich mal einige Kilometer am Stück
  • Tuktuk fahren! Es ist wirklich lustig, wenn man in so einem kleinen Fahrzeug sitzt und sich von A nach B bringen lässt. Wichtig: vorher Preis abklären und vielleicht mit Taxi-/Grabanbieter vergleichen, damit man nicht abgezogen wird.

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