Singapur

Vor unserer Ankunft auf der Insel Singapur, wussten wir eigentlich nur, dass sich dort einer der wichtigsten Flughafen Südostasiens befindet und dass die Stadt sehr sauber sein soll. Von den mittelalterlichen Züchtigungsmethoden, wie Schlägen auf den nackten Hintern mit einem Rohrstock, wenn man als Schmutzfink gefasst wird, erfuhren wir erst kurz vor unserer Einreise. Kaugummis bekommt man in dem Stadtstaat nur in der Apotheke und auf ärztliche Verschreibung. Die Befürchtung, ich müsste meinen Kaugummi bei der Einreise abgeben, bewahrheitete sich aber zum Glück nicht.. 😉

Die Sauberkeit kommt jedoch nicht von ungefähr und somit zählt Singapur auch zu den teuersten Ländern, das man in Asien bereisen kann. Wir hatten uns ein eher preiswerteres Hostel rausgesucht, weil wir von Südostasien einfach noch zu verwöhnt waren, um umgerechnet mehr als 30 Euro für ein Zimmer pro Nacht auszulegen.

Unsere Unterkunft befand sich mitten im Stadtteil Little India und als wir dort ankamen, konnten wir auch den günstigen Preis nachvollziehen: Unser Minizimmer hatte keine Fenster (Klaustrophobie lässt grüßen) und die Waschräume hatten ihre besten Zeiten bereits lange hinter sich, falls sie diese je hatten. Das kostenlose Frühstück, welches aus Toast mit Erdnussbutter bestand, nahmen wir aus Kostengründen dankend an und von den Bettwanzen, die sich das Zimmer mit drei deutschen Mädls von nebenan teilten, blieben wir zum Glück verschont. Wir hatten bis dahin schon einiges erlebt, bei unseren Unterkünften aber selten Probleme, da wir stets auf die Bewertungen von Booking.com etc achteten – also musste so ein „Griff ins Klo“ wahrscheinlich auch einfach mal sein…

Da Georg erst spät in der Nacht landen sollte, hatte ich noch Zeit Maria in ein nach Harry Potter gestaltetes Restaurant auszuführen. Außerdem spazierten wir bei einer indischen Hochzeitsgesellschaft (ein Bollywoodfilm ist nichts dagegen) vorbei und schnappen ein etwas von deren ausgelassener Stimmung auf.

Wiedervereint ging es am nächsten Tag via GrabShare Taxi (falls jemand auf der Strecke eine ähnliche Route hat, wird dieser auch mitaufgegabelt) zum wohl berühmtesten Touristenhotspot Singapurs: der Marina Bay. In den Gardens by the Bay stehen die berühmten MEGABÄUME die nachts, durch an der Spitze angebrachten Solarpanele gespeißt, in bunten Farben beleuchtetet werden. Außerdem befinden sich hier auch die beiden riesigen Glasdöme „Cloud Forest“ und „Impressive Flower“. Die im Hostel vergessene Sonnencreme sowie die Tatsache, dass beide Glaskuppeln klimatisiert sind bzw einen ewigen Frühling vortäuschen, erleichtete uns die Entscheidung dort hineinzuspazieren. Schon imposant, was der Mensch alles zu schaffen vermag.

Mit abgekühlten Köpfen gingen wir weiter bis hin zum Marina Bay Hotel, das für seinen höchsten Infinity Pool der Welt bekannt ist und mit seinen drei Wolkenkratzern, die am Dach mit einem Art überdimensionalen Surfbrett verbunden werden, das Stadtbild prägt.

Einmal durch das Hotel durch und man befindet sich in einer riesen Shoppingmall, mit eigener Wasser und Gondulärverbindung im untersten Geschoss. Durch das Finanzzentrum Singapurs mit seinen unzähligen Glastürmen, und deren Mitarbeiter, die daraus hinausströmten (die Finanzprüfungsagenturen EY, KPMG, pwc etc. hatten an diesem Tag anscheinend einen Businessrun und ungelogen hunderte Mitarbeiter strömten uns entgegen), spazierten wir weiter zu einem typischen Singapurischen „Hawker Center“. Dabei handelt es sich um eine offene Halle mit verschiedensten Essensständen – von Chinesisch, Arabisch, bis Indisch ist da alles dabei – und ausreichend Sitzgelegenheiten, die von Touristen sowie Einheimischen gleichermaßen gern genutzt werden.

Der nächste Tag wurde von Martin mit einem Morgenlauf entlang der GP-Strecke begonnen, der 2 Wochen später stattfinden sollte. Nach baldiger Überhitzung wurde mir allerdings auch schnell klar, warum sich die Veranstalter für einen Nacht-Grand Prix entschieden haben.

Singapur ist durch und durch multikulturell geprägt. Die Mischung aus Chinesen, Arabern, Indern, Malaien und Indonesen spiegelt sich auch in den Vierteln der Stadt (wobei wir erst später erfuhren, dass zB auch jedes Wohnhaus einen fixen Aufteilungsschlüssel der Nationalitäten hat, um eine Vergettoisierung zu verhindern). Nach dem wundervoll bunten Arabischen Viertel, ging es weiter vorbei an der Österreichischen Botschaft (wo wir gerne unsere Wahlrecht wahrgenommen hätten, das Zeitfenster zwischen dem Druck der Wahlkarten und dem Wahltermin anscheinend leider zu kurz ist, um auf der andren Seite der Welt wählen zu können), und zurück nach Little India. Hier nahmen wir nach Langem, wieder einmal an einer Free Walking Tour teil, welche uns einen scharfen Einblick und informativen Überblick des täglichen Lebens und auch der Probleme/Vorzüge der Stadt – oder in diesem Fall des Landes – bekamen.

Martin und Georg wollten an einem der heißen Nachmittage im kühlen Casino ihr Reisebudget aufbessern. Obwohl Casinos meiner Meinung nach für den Besucher immer ein Verlustgeschäft ist, war für die beiden alleine schon das Betreten der im Einkaufszentrum angesiedelten Spielhalle ein Erlebnis: beeindruckend gestaltet und über vier Stockwerke zieht sich das Casino, außerdem befindet sich der größte Swarovski-Kristall-Kronleuchter der Welt genau hier. Getränke werden nicht von Kellnern serviert, sondern von Robotern, die zwischen den Spieltischen und Automaten willkürlich herumfahren und mit Wasserflaschen und anderen anti-alkoholischen Getränken ausgestattet sind. Was noch besonders ist am Singapur Marina Bay Sands Casino: der Eintritt für Touristen ist Gratis, nur Einheimische müssen bezahlen, die Einnahmen kommen aber einer karitativen Organisation zu gute – na da geht man doch gerne und setzt sein Geld aufs rot oder?! 🙂 Der Besuch endete mit einem glücklichen Nullsummenspiel.

Weil Singapur das Finale unserer Asienreise darstellte und uns in Neuseeland und Südamerika und vor allem auf den Cooks weniger bis keine hohen Rooftopbars mehr erwarten würden, düsten wir noch einmal in den 33. Stock eines Gebäudes hinauf. Dort genossen wir bei Craftbier und Sonnenuntergang die sich verändernde und immer bunter werdende Singapur-Skyline. Vom Marina Bay Sands Hotel und über den Hafen gab’s zum Abschluss sogar noch eine Laser-Lichter Show.

Unser Fazit:

Singapur ist ein facettenreiches und sicherlich kleines Land/Stadt/Inselgruppe, dass zwar aus insgesamt 63 Inseln (!!) besteht, aufgrund seiner geringen Anbaufläche aber nicht die Möglichkeit hat, sich selbst zu ernähren. Es werden viele Importe aus dem nahegelegenen Malaysia und aus Indonesien benötigt und die Steuern auf alles sind sehr hoch. Nach über 4 Monaten im billigen Südostasien schockten uns sowohl Bier als auch Essens-Preise – Singapur kann man durchaus als das Monaco Asiens bezeichnen… 😉

MAGEMA Reisetipps Singapur:

  • Um die Gardens by the Bay kommt man fast nicht herum wenn man in Singapur ist. Es gibt mit der App „Klook“ vergünstigte Kombotickets für den Flower Dome und den Cloud Forest
  • an einer der zahlreichen Free Walking Touren teilnehmen (jede Tour beschäftigt sich mit einem anderen Viertel)
  • eine der vielen Rooftopbars besuchen – wir waren in der „Level 33“, the World’s Highest Urban Microbrewery – mit perfektem Blick auf das Marina Bay Sands Hotel, dem Hafen und der GP-Tribüne, jeden Abend kann man hier auch eine Lichtershow verfolgen
  • Der Casinobesuch ist für Nicht-Singapurer/innen kostenfrei und es gibt gratis Getränke in einem klimatisierten Ambiente

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